Wir suchen ein zu Hause!

Nachbarhunde in Not

Igel gefunden was nun?

 

 

Untersuchen Sie den Igel in jedem Fall auf Verletzungen. Inspizieren Sie auch Kopf, Bauchseite und Beine.

 

Unterkühlte Igel müssen aufgewärmt werden!!! Eine Unterkühlung ist vorhanden, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kälter anfühlt, als Ihre Hand. Eine mit gut handwarmem Wasser gefüllte Gummiwärmflasche - kein Heizkissen! - umwickelt man mit einem Frotteehandtuch und legt. Darauf setzt man den Igel und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu. Die Wärmflasche oft wechseln, da diese schnell auskühlt. Allerdings sollte der Igel auch die Möglichkeit haben, von selbst von der Wärmflasche runter zu krabbeln, damit er nicht überhitzt!

 

 

 

Der Igel sollte ca. 600-700 Gramm wiegen, damit er den Winterschlaf in freier Natur gut übersteht. Sollte der gefundene Igel dieses Gewicht haben und keinerlei Anzeichen von Krankheit zeigen, bitte den Igel am Fundort wieder aussetzen, damit er sich wieder zurecht findet und er sich sicher schon ein Nest gebaut hat.

 

Rollt sich der Igel zusammen? Ein gesunder Igel rollt sich zusammen, wenn man ihn auf den Rücken dreht. Tut der Igel das nicht, ist er meist sehr krank und man muss mit Zwangsfütterung rechnen. Bitte keine Selbstversuche mit solchen Igeln, sondern an einen Tierarzt oder eine Igelstation wenden.

 

                              

 

Bitte nicht gleich entwurmen, der Igel sollte einen vollen Magen haben, also zuerst mal mindestens einen Tag füttern und dann erst vom Tierarzt entwurmen lassen. So vertragen  sie die Entwurmung besser – meiner Erfahrung nach.

 

Igel sind keine Haustiere und kein Kinderspielzeug, sondern geschützte Wildtiere. Sie sind nachtaktiv und brauchen daher tagsüber ihre Ruhe. Ein ungeeigneter Standort für den Igel ist also der Vorraum oder das Wohnzimmer. Unterlassen Sie auch bitte unbedingt Zähmungsversuche.

 

Nahrung:

 

Wichtig: Jedes Tier braucht Wasser, auch ein Igel. Diese trinken sogar sehr viel Wasser, wenn man sie mit Trockenfutter ernährt. Keine Milch, Igel haben – wie viele Tiere - eine Laktoseallergie!!!

 

Igel sind Insektenfresser – also FLEISCHFRESSER, als Ersatz dienen Katzentrockenfutter, Hunde- und Katzendosenfutter, Rinderhackfleisch – roh und ganz frisch oder Geflügelfleisch. Außerdem füttere ich noch Mehlwürme und Zophobas (gibt es im Zoofachgeschäft) Man kann auch Igeltrockenfutter drunter mischen, und das Futter muss Zimmertemperatur haben.

 

Ich füttere Katzentrockenfutter von verschiedenen Herstellern. Beim Dosenfutter haben sich die Schälchen von Whiskas Sensitiv und AS (Schlecker) Sensitiv und Junior bewährt. Am Anfang biete ich beides an – Trocken- und Nassfutter – man sieht dann gleich mal, was der Igel mag und das gebe ich ihm dann auch.

 

Fütterungsfehler

Dass Igel sich von Obst ernähren, ist ein altes Märchen - aber inzwischen widerlegt!      

 

Folgende Nahrungsmittel taugen NICHT für den Speiseplan eines Igels:

 

Obst: Äpfel, Birnen etc.

Gemüse: Salat, Möhren etc.

Milchprodukte: Käse, Quark, Joghurt usw.

Brei für Menschenkinder

 

 

 

Wiegen Sie den Igel anfangs täglich, das ist sehr wichtig. Am besten abends, wenn er schon wach ist, damit man ihn nicht beim Schlafen stört. Ein gesunder Igel nimmt täglich zu – je nach Größe/Gewicht 5-20 Gramm täglich!!!!

Unterbringung:

 

Ganz wichtig: Die Igel müssen bis zur Überwinterung bei Zimmertemperatur gehalten werden, also ein ungeheizter Keller bzw. Garage, Gewächshaus, Gartenhaus oder eine alte Hütte sind keine geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten!!!!

 

Igel sind Einzelgänger. Jeder Igel braucht also ein eigenes Gehege. Nur ganz junge Igel aus einem Wurf vertragen sich eine Zeitlang miteinander. Hasenkäfige mit einem Mindestmaß von 100 cm Länge und 40 cm Breite sind zur Unterbringung geeignet – je größer desto besser natürlich.

 

Man kann aber auch aus anderen Materialen ein geeignetes Igelgehege bauen, allerdings sind Igel gute Kletterer und die Höhe der Seitenwände muss ca. 50 cm betragen Den Boden bedeckt man mit Zeitung, die man täglich wechseln muss! Ich nehme noch Einstreu (Sägespäne) her und gebe diese auf die Zeitung, damit Kot und Urin „aufgesaugt“ werden.  Als Schlafhäuschen nimmt man einen Karton, Größe ungefähr 30x20 cm, auf alle Fälle um einiges größer als der Igel, diesen kann man in den Supermärkten kostenlos organisieren. Man kann den Karton umlegen oder aufstellen, dann muss man natürlich ein Schlupfloch hineinschneiden – Größe ca. 12x12 cm. Diesen Karton füllt man mit reichlich Heu, zerrissenem Zeitungspapier, Küchenrolle oder Klopapier. Natürlich muss dieses auch bei Verschmutzung ausgetauscht werden. Man kann auch etwas trockenes Laub und Moos neben das Häuschen geben, manche Igel sind ganz wild drauf und zerren sich das in der Nacht dann in ihr Häuschen. Die Igel haben somit auch eine Beschäftigung.

 

    

 

Winterschlaf:

 

Grundsätzlich ist anzustreben, gesund gepflegte Igel bzw. aufgezogene Igeljunge noch im Herbst auszuwildern.


Erreicht ein in menschliche Pflege genommener Igel ein für den Winterschlaf ausreichendes Gewicht (mindestens 500g, besser 600 bis 700g) jedoch erst sehr kurz vor Wintereinbruch oder gar danach, muss man bis zum Frühling warten, ehe man ihn in die Freiheit entlässt.


Doch sollte man einem gesunden Tier auch bei häuslicher Überwinterung
Gelegenheit zum Winterschlaf geben, sobald er das ausreichende Gewicht erreicht hat.

 

Zu diesem Zweck stellt man sein Gehege in ein kaltes Zimmer, auf den Balkon, auf die Terrasse, in ein Gartenhäuschen, oder man baut ein Freigehege im Garten. Kellerräume sind meist ungeeignet, weil zu warm. Die Umgebungstemperatur sollte möglichst der Außentemperatur entsprechen. Bei Raumtemperaturen von mehr als 6 Grad fällt der Igel lediglich in einen kräftezehrenden "Dämmerschlaf", in dem er weder fressen noch winterschlafen kann.

 

Daher ist auch direkte Sonneneinstrahlung (Südseite) zu vermeiden. Das bisher benützte Schlafhäuschen setzt man in einen etwas größeren Karton, besser noch in ein Holz- oder Spanplattenhäuschen (etwa 40 cm Kantenlänge) und isoliert zwischen beiden Häusern sowie Ober- und Unterseite mit reichlich zusammengeknülltem Zeitungspapier. Selbstverständlich schneidet oder sägt man auch in das Überhaus ein deckungsgleiches Schlupfloch.


Nachdem man den Igel in sein Winterquartier gebracht hat, füttert man ihn solange normal weiter, bis er das Futter nicht mehr anrührt. Bis dahin können einige Tage, aber auch Wochen vergehen. Auslauf und Häuschen reinigt man nach wie vor.

 

Für alle Fälle und als "Notration" stellt man in das Gehege ein Schälchen mit Igel- oder Katzentrockenfutter, dazu frisches Wasser. Auch schlafende Igel muss man täglich kontrollieren!
Eine Unterbrechung des Winterschlafs bei steigenden Temperaturen kommt hin und wieder vor. Dann füttert man die normale, eiweißreiche Nahrung.

 

Auswilderung:

 

Die Zeit zum Aussetzen ist gekommen, wenn im Frühjahr Sträucher und Hecken wieder ergrünen, die Nahrungstiere des Igels wieder vorhanden sind, und auch die Geranien in den Blumenkästen ins Freie kommen (ca. Ende April bis spätestens Mitte Mai).

Igel - auch solche, die in menschlicher Obhut Winterschlaf halten - wachen meist Ende März bis Mitte April auf und müssen nun wieder aufgefüttert werden. Innerhalb von zwei bis drei Wochen erreicht oder übertrifft der Pflegling das Gewicht, das er vor dem Winterschlaf hatte (Aussetzgewicht von Jungigeln: ca. 700 - 800 g). Ideal ist es, wenn er die Zeit bis zum Aussetzen in einem Freigehege verbringen darf. Er kann dort seine Muskeln trainieren und findet außer dem Futter im Napf auch schon etwas natürliche Nahrung, was ihm die Eingliederung in die Natur erleichtert.

 

Soll der Igel im eigenen Garten ausgesetzt werden, baut man einfach das Gehege ab, belässt aber das Schlafhaus und beschickt die Futterstelle weiterhin, bis der Igel beides ignoriert.

Das Futter wird in ein regendichtes Häuschen mit gut zu reinigendem Boden gestellt. Um das Futter vor Katzen zu schützen, empfiehlt sich der Bau eines Futterhauses. Auch im Freigehege ist Sauberkeit oberstes Gebot!


Kennt man den Fundort des Igels, so ist er unbedingt dort wieder hinzubringen. Igel haben ein gutes Ortsgedächtnis! Muss man ein Aussetzgelände suchen, ist zu beachten, dass der neue Lebensraum Nahrung und Deckung bietet. Nicht infrage kommen steile Hanglangen, feuchte Böden, Flussufer, Überschwemmungsgebiete, Nadel- und Laubhochwälder, ausgeräumte landwirtschaftliche Flächen, die Nähe von nachts stark befahrenen Straßen, Baustellen, Gebiete mit regelmäßigem Insektizideinsatz. Die beste Zeit zum Aussetzen ist die Abenddämmerung
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